Novalis und die Medizin 
Im Kontext von Naturwissenschaften und Philosophie um 1800


Ausstellungseröffnung

Mittwoch, 3. Mai 2017, 15
Uhr

gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff

Dauer der Ausstellung:
4. Mai bis 31. Oktober 2017

 
 "Poesie ist die große Kunst der Construction der transscendentalen Gesundheit. Der Poet ist also der transscendentale Arzt." (Zitat: Novalis, HKA ³II, Nr. 42, S. 535)

So schlussfolgerte Novalis für sich auf der Suche nach Antworten zu grundlegenden Fragen nach dem Leben und Tod, nach dem Lebensbegriff, dem Verhältnis von Krankheit und Gesundsein, der Beschaffenheit und dem Sitz der Seele. Die Entwicklung der modernen Medizin belebte naturgemäß die philosophischen Reflexionen über diese Fragen in Diskursen, die in europäischen gelehrten Gesellschaften, in Zeitschriften, Büchern und Lexika sowie natürlich in den Salons und Akademien geführt wurden. Im Mittelpunkt standen der Mensch und das moderne Wissen über ihn, das aus der Perspektive von Novalis und anderer romantischer Dichter und Philosophen zu einer komplexen Darstellung des Menschen als Ganzes nicht ohne die Kunst auskommt. Überdies werden die der Kunst Möglichkeiten eingeräumt, Grenzen des Wissens zu überschreiten, die die modernen Wissenschaften nicht übertreten können oder dürfen.
Wegen ihrer Schönheit, Seltenheit und Bedeutung werden außergewöhnliche Objekte dem großen Thema Novalis und die Medizin zugeordnet und die zentralen Fragen der Geschichte der Naturwissenschaften am Übergang zur modernen Zeit in ein Bild gebracht. Um 1800, als sich Medizin, Mathematik, Physik, Chemie und Biologie zu speziellen Einzelwissenschaften zu entwickeln begannen und zugleich Erkenntnisse von deren grundlegenden Wechselwirkungen entstanden, die die Suche nach neuen Ansätzen in der medizinischen Theorie und Praxis beförderten, befand sich Novalis auf dem aktuellen Stand des Wissens seiner Zeit.

Leihgaben kommen aus einer privaten Sammlung, den wissenschaftlichen Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt sowie der Imaginären Novalis-Bibliothek der Forschungsstätte für Frühromantik.